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Riesentagung in Potsdam

Ronny F. Schulz  und Silke Winst organisieren im März die interdisziplinäre Tagung zu Riesen in der mittelalterlichen Literatur. Endlich findet eine Tagung zu meinem Dissertationsthema statt!

Von Riesen und Riesinnen wird in mittelalterlicher Literatur häufig erzählt. In verschiedenen literarischen Gattungen erscheinen diverse Riesen: Sie agieren als Antagonisten des Helden, können jedoch ebenso als seine Verbündeten oder gar als ‚Spiegelung‘ des Protagonisten erscheinen. Erzählt wird von beweglichen Grenzen zwischen dem ‚Menschlichen‘ und dem ‚Außermenschlichen‘, die über grundlegende Vorstellungen von Identität Aufschluss geben. Die Tagung soll sich diesen wichtigen Figuren mittelalterlicher Literatur mit neuesten kulturwissenschaftlichen und narratologischen Ansätzen nähern. Zudem sollen Riesinnen und Riesen in einem interdisziplinären Zusammenhang verortet werden: Nicht nur die deutschsprachige Literatur steht im Zentrum der Betrachtung, sondern auch skandinavische, französische, englische und keltische Texte werden in den Blick genommen.

Die Beiträge der Tagung behandeln Fragen nach Differenz und Fremdheit, Gender und Körper sowie Religion, Herrschaft und Gewalt, aber auch nach Raumvorstellungen und Genealogie, die mit den Riesinnen und Riesen verbunden sind. Zudem werden die spezifische Literarizität dieser Entwürfe und die narratolo­gischen Implikationen der Riesenfiguren in mittelalterlicher Literatur untersucht.

Ich freue mich schon sehr auf die Vorträge und vor allem die Gespräche. Ich scheine nicht allein zu sein: Riesen sind in der Forschung zur Zeit wohl wieder  en vogue. Der dazugehörige Tagungsband soll im Herbst erscheinen.

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Tagung: Gender Studies – Queer Studies – Intersektionalitätsforschung. Eine Zwischenbilanz aus mediävistischer Perspektive

Eine interessante Tagung  mit vielen vielversprechenden Beitragenden findet am 17. – 19.11.2016 an der FU Berlin statt.

Die Tagungskonzeption umfasst verschiedene Themenfelder, welche wesentlich durch das Forschungsprogramm des SFB 980 inspiriert sind: Ein Schwerpunkt betrifft das Verhältnis von „Identität und Wissen“ und soll dem Umstand Rechnung tragen, dass die Fragestellungen von Gender-, Queer- und Intersektionalitätsforschung im gemeinsamen Interesse an Identität und deren (De-) Konstruktion zusammen laufen. Damit stehen sie in engem Zusammenhang mit Wissen, denn Identität ergibt sich gerade in der Vormoderne nicht zuletzt aus dem, was gewusst oder nicht gewusst wird. Der Austausch von Wissen und anderen identitätskonstitutiven Kategorien verläuft dabei bidirektional, sodass sich Fragen aus zwei Perspektiven ergeben: 1) Wie strukturieren Geschlecht, Stand oder Religion bestimmte Wissensbestände und/oder -ordnungen? Aber auch: 2) Wie trägt ein bestimmtes Wissen bzw. dessen Weitergabe zur Konturierung von Geschlecht, Stand oder Religion bei? Weil in literarischen Darstellungen Identitätsbildungen häufig als eine mehr oder weniger gestörte Weitergabe kulturkonstitutiven (Handlungs-) Wissens erscheinen, gilt ein besonderes Interesse dem Wissenstransfer. Ferner lässt sich untersuchen, inwiefern hybride Identitäten (Monstren) als Reflexe und Knotenpunkte unterschiedlicher Wissensbewegungen aufzufassen sind, aus denen sie hervorgehen, die sie in neuartiger Weise konfrontieren und damit zugleich re-konzeptualisieren.

Ein weiterer Schwerpunkt zu „Grenzen des Menschlichen“ rückt darüber hinaus Identität grundsätzlich dort in den Fokus, wo diese Grenzen nicht scharf gezogen sind, wie bei anthropomorphen Monstren, Dämonen, Engeln, sprechenden Tieren oder Automaten. So ergibt sich hinsichtlich des Tagungsthemas die Frage, welche Rolle die von der Gender-, Queer- und Intersektionalitätsforschung traktierten Kategorien für die Inszenierung des nicht mehr Menschlichen spielen und inwieweit sich das Fremde und/oder Wunderbare als Auseinandersetzung mit kultureller Alterität und den damit verbundenen Wissensströmen darstellt, inwiefern solche Begegnungen aber auch Wissen aktualisieren und refigurieren. Gehören Begegnungen mit Monstren einerseits seit der Antike zu naturkundlichem Welt-Wissen, das in literarischen Texten reflektiert wird (Odyssee), werden diese in der mittelalterlichen Literatur andererseits zu äußerst phantasievoll gestalteten Figurationen der Auseinandersetzung mit dem Fremden, Anderen und Abjekten weiter entwickelt, deren Sinn mitunter kaum noch intelligibel erscheint. Interessant ist deshalb in literarischen Texten nicht nur die Begegnung mit ‚dem’ Anderen per se, sondern zugleich das daran entwickelte Narrativ und die dabei entworfenen Formen von Inklusion oder Verwerfung. Berührungspunkte ergeben sich hier mit der modernen Cyborg-Forschung und mit den im Augenblick hochproduktiven Animal Studies.

Leider habe ich schon andere Termine, ich freue mich aber auf den Tagungsband und Berichte und wünsche allen Teilnehmenden viel Spaß und produktive Diskussionen.

 


Spätmittelalterliche Rüstungen in Aktion

Daniel Jaquet führt in diesem Video verschiedene Kampftechniken in einer erstaunlich beweglichen spätmittelalterlichen Rüstung aus dem 15. Jahrhundert vor.


Tagung Oratorik und Literatur

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Die Tagung zum Thema „Oratorik und Literatur – Politische Rede in fiktionalen und historiographischen Texten des Mittelalters und der Frühen Neuzeit“ findet vom 03. – 05. November 2016 an der Universität Hamburg statt.

Ziel der interdisziplinären Tagung ist es, literarische Traditionen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, etwa den höfischen Roman, die Tierepik, den Prosaroman, das Drama oder das Lied als eigene Reflexionsmedien vormoderner politischer Redekultur zu profilieren. Zugleich soll nach den Interferenzbereichen gefragt werden, in denen sich literarisch-fiktionale Textsorten und solche mit historiographischem Anspruch überschneiden.

Die Organisatoren Malena Ratzke, Christian Schmidt und Britta Wittchow freuen sich über zahlreiche Interessierte im Warburghaus.

Homepage

Programm


Verzauberte Riesen

Dies sollte ursprünglich ein Teilkapitel in meiner Dissertation ‚Riesen in der Literatur des Mittelalters‘ werden. Da ich aber keine Beweislage ergründen konnte, die mich zufriedenstellt, wird es nun ein kleiner spekulativer Blogeintrag über zwei großartige Texte: ‚Daniel vom blühenden Tal‘ (erste Hälfte des 13. Jahrhunderts) und ‚Sir Gawain and the Green Knight‘ (um 1400).

Hier ist ein schöner formatiertes PDF: van Beek_Verzauberte Riesen

In der Regel ist die Riesenstatur der Figuren ein Faktum a priori. Es scheint sich jedoch die Möglichkeit abzuzeichnen, dass die Riesengröße nicht immer eine Eigenschaft sein muss, die von Geburt an mit der Verfasstheit der Figuren verbunden ist, sondern dass der Körper (eines Menschen) auch bis ins Riesenhafte vergrößert werden kann. Mir sind aus der mittelalterlichen Literatur zwei Fälle bekannt, in denen mithilfe magischer Kräfte die Größe und auch andere Eigenschaften von Körpern verändert werden können.

‚Daniel vom blühenden Tal‘:

Zwei vergrößerte Menschen

Im ‚Daniel vom blühenden Tal‘ des Strickers berichtet der Riese, der an den Hof König Maturs stilvoll auf einem Kamel einreitet, von seiner Herkunft aus dem Land Kluse und enthüllt im Zuge seiner Herausforderung auch, wie er zu seiner Größe gekommen ist.

Der meister der daz tier gôz

der hât mich gemachet sus grôz

und einen bruoder den ich hân.

darumbe hât erz getân,

wie sint beidiu siniu kint.

wand die triuwe grôz sint

die er uns beiden schuldic ist,

darumber hât uns sîn list

gemachet beidiu alsô hart

daz unser ietweder nie wunt wart. (‚Daniel‘ 761-770)1

Sein Vater (der meister) hat ihm und seinen Bruder sowohl ihre Größe als auch Unverwundbarkeit verliehen. Der in der Forschung Riesenvater Genannte ist aber selbst ist aber von kleinerer Statur als seine Söhne: swie alt er wider mir sî / und wie kleine dâ bî, (‚Daniel‘ 778f.) Er ist also selbst kein Riese, wie in der Forschung schon verstanden worden ist,2 sondern es wird im Text betont, dass er weder zu klein noch zu groß sei: er was ze wênic noch ze grôz (‚Daniel‘ 6910). Die Figur wird als zauberkundig dargestellt, dem alten wunderlîch man (‚Daniel‘ 6933), der grauweiße Locken (‚Daniel‘ 6913) und einen stap (‚Daniel‘ 6915) trägt, wird mehrfach liste attestiert (bspw. ‚Daniel‘ 768, 783, 6990). Seine übernatürliche Geschwindigkeit und seine übernatürlichen Fähigkeiten bzw. Zauberkunst werden u.a. während der Entführung König Artus‘ geschildert: sîn vater liefe sêre / und kunde ouch liste mêre / denne in der werlte dehein man (‚Daniel‘ 6989-6991) Da erzählt wird, dass er seine Söhne vergrößert hat und aber selbst von normaler Statur ist, liegt die Vermutung nahe, dass die Söhne vorher kleiner waren, er also Wesen (Menschen?) normaler Größe magisch zu Riesen transformiert hat – aus triuwe (‚Daniel‘ 767).

Tina Boyer sucht in ihrer aktuellen Publikation3 ebenfalls die Frage zu beantworten, ob es sich beim Riesenvater und einen Riesen handelt. Die ihm zugeschriebenen Attribute deuten für sie eher auf Zwergencharakteristik hin;4 dies führt sie nicht weiter aus, aber weitergedacht könnte man dem mit liste und dem Entführungsmotiv teilweise zustimmen (auch wenn Zwerge traditionell eher Frauen entführen). „However, while his son is of great and intimidating stature, the father is neither too tall nor too small. As in Orendel and also in the Eckenlied we have giants of different sizes. A giant’s size is only emphasized when it servers symbolical value in a narrative.“5 Die Riesen im ‚Orendel‘ haben zunehmende Größe, um die zunehmende Bedrohung der belagerten Stadt Jerusalem zu betonen, so Boyer. Im ‚Daniel‘ geschehe das Gegenteil: Der Riesenvater sei eine größere Bedrohung wegen seiner list, auch wenn er kleiner ist als seine Söhne.6 Boyer definiert ihn implizit trotzdem als Riesen, wobei sich mir die Logik an dieser Stelle nicht erschließt. Sie kommentiert auch die Verzauberung seiner Söhne: „He used all his skill to give them impenetrable skin to keep them from harm.“7 Aber sie berücksichtigt nicht die oben zitierte Passage (‚Daniel‘ 761-770), dass der meister sie nicht nur unverwundbar, sondern auch groß gemacht hat.

Man kann zustimmen, dass die ambivalenten Attribute ihn weder als Riese noch als Zwerg kategorisieren lassen. Ich möchte mich jedoch dagegen aussprechen, ihn implizit als Riesen zu definieren. Weder der Vater noch die Söhne werden als ursprünglich groß beschrieben. Da der Vater zwei normal große Söhne gezeugt hat, ist es logisch, dass er selbst (untransformiert) genau so groß wie ein Mensch ist. Es gibt zwar unterschiedlich große Riesen, aber die sind immer noch relational größer als ein Mensch. Die zwei Riesen sind magisch transformierte Menschen, der Vater ist eine zauberkundige, aber menschliche Figur.

‚Sir Gawain and the Green Knight‘:

Ein vergrößerter, grüner Mensch

Das zweite Beispiel findet sich nicht in der mittelhochdeutschen Literatur, sondern im unikal überlieferten mittelenglischen Artusroman ‚Sir Gawain and the Green Knight‘ (um 1400).8 Dort ist eine ähnliche Transformation zu beobachten, wenn auch in ganz anderen Zusammenhängen. Der Herausforderer Gawains, der Grüne Ritter, der während des Weihnachtsfestmahls an den Artushof kommt, wird als ein monströses Wesen beschrieben.9

When there pressed in from the porch an appalling figure,

Who in height outstripped all earthly men.

From throat to thigh he was thickset and square;

His loins and limbs were so long and great

That he was half a giant on earth, I believe,

Yet mainly and most of all a man he seemed,

And the handsomest of horsemen, though huge, at that;

For though at back and at breast his body was broad,

His hips and haunches were elegant and small,

And perfectly proportioned were all parts of the man,

As seen.

Amazed at the hue of him,

A foe with furious mien,

Men gaped, for the giant grim

Was coloured a gorgeous green. (‚Sir Gawain and the Green Knight‘)10

Þer hales in at þe halle dor an aghlich mayster,

On þe most on þe molde on mesure hyghe;

Fro þe swyre to þe swange so sware and so þik,

And his lyndes and his lymes so longe and so grete,

Half etayn in erde I hope þat he were,

Bot mon most I algate mynn hym to bene,

And þat þe myriest in his muckel þat myȝt ride;

For of bak and of brest al were his bodi sturne,

Both his wombe and his wast were worthily smale,

And alle his fetures folȝande, in forme þat he hade,

ful clene;

For wonder of his hwe men hade,

Set in his semblaunt sene;

He ferde as freke were fade,

And oueral enker-grene. (‚SGGK‘, Vv. 136-150.)11

Dieses Wesen und vor allem seine grüne Färbung hat der Literaturwissenschaft viele Rätsel aufgegeben; auf diese Kontroversen soll an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden. Bemerkenswert ist seine Größe; er wird als Half etayn (‚SGGK‘ V. 140),12 von altenglisch eoten beschrieben, reitet jedoch noch auf einem Pferd. Er überragt alle anderen um mehr als einen Kopf: Þe stif mon hym bifore stod vpon hyȝt / Herre þen ani in þe hous by þe and more. (‚SGGK‘ 1967, Vv. 332f.) The stout man before him there stood his full height, / higher than any in that house by a head and yet more (‚SGGK‘ 1990, S. 26). Am Ende der Erzählung stellt sich jedoch heraus, dass es sich bei diesem Wesen gar nicht um einen Riesen, sondern um einen Menschen handelt: den Burgherren Bertilak de Hautdesert. Er enthüllt seine Identität und erklärt, wie er zu der übergroßen Statur gelangte:

Bertilak of the High Desert I am called here in this land.

I was entirely transformed and made terrible of hue

Through the might of Morgan the Fay, who remains in my house.

Through the wiles of her witchcraft, a lore well learned,

Many of the magical arts of Merlin has she aquired. (‚SGGK‘ 1968, 121f.)

 

‚Bertilak de Hautdesert I hat in þis londe.

Þurȝ myȝt of Morgne la Faye, þat in my hous lenges,

And koyntyse of clergye, bi craftes wel lerned,

Þe maystrés of Merlyn mony hatz taken–

For ho hatz dalt drwry ful dere sumtyme

With þat conable klerk, þat knowes alle your knyȝtez

at hame; (‚SGGK‘ 1967, Vv. 2444-2451)

Die zauberkundige Morgane hat ihn mit magischen Kräften verwandelt, um den Artushof auf die Probe zu stellen: She made me go in this guise to your goodly court / to put its pride to the proof […] she put this magic upon me13 (‚SGGK‘ 1990, S. 90). Sie ist in der Lage, ihr eigenes und das Aussehen anderer zu transformieren, ähnlich wie es der Riesenvater mit liste auch im ‚Daniel‘ bewerkstelligt. Bertilaks Verzauberung wird aufgehoben, die der Riesen im ‚Daniel‘ ist hingegen permanent und bleibt auch mit ihrem Tod bestehen.

Für diese noch spärlich besetzte Kategorie wird der Begriff verzauberte Riesen vorgeschlagen. In beiden Fällen werden Körper magisch ins Riesenhafte vergrößert und weitere Veränderungen des Äußeren vorgenommen, entweder z. B. die grüne Färbung oder die Unverwundbarkeit. Für einen derartigen Vorgang bleibt der ‚Daniel‘ die einzige Belegstelle in der mittelhochdeutschen Literatur. Für die mittelenglische Literatur benutzt Cohen den Begriff enchanted giants:

Mainly a late, English addition to romance, enchanted giants are men who through some work of magic have been transformed in size and nature out of their humanity and into the gross flesh of gigantism. What few of these stories exist in English are interrelated and center around the redemptive power of Gawain’s courtesy and are therefore analogues of Sir Gawain and the Green Knight.14

Das Motiv scheint also auch in der mittelenglischen Literatur relativ singulär zu sein und sich derivativ zu ‚SGGK‘ zu verhalten. Eine Verbindung der angelsächsischen und kontinentalen Erzählungen ist natürlich schwer belegbar. Gemutmaßt wurde in der Forschung auch schon, dass die Entführung Artus‘ auf dem Berg durch den Riesenvater im ‚Daniel‘ von den entsprechenden Episode in Geoffreys ‚Historia Regum Britanniae‘ inspiriert sein könnte. Helmut Birkhan sieht die Möglichkeit, dass der Stricker mit lateinischen oder altfranzösischen Versionen der ‚Historia Regum Britanniae‘ (1136) in Kontakt gekommen sein könnte.15 Die Riesenkämpfe Arthurs mit dem Riesen von Mont Saint Michel und dem Riesen Ritho bieten Parallelen,16 wie das Motiv der Entführung auf den Berg (hier allerdings Artus als Entführter, nicht als Retter der Entführten). Ob diese Episoden etwas miteinander zu tun haben, kann nicht festgemacht werden.

So muss auch eine Verbindung der beiden Vorkommnisse der verzauberten Riesen in ‚Daniel‘ und ‚SGGK‘ vorerst Spekulation bleiben. Es soll an dieser Stelle keine explizite Verbindung der beiden räumlich, sprachlich und auch zeitlich voneinander getrennten Texte unterstellt werden. Jedoch kann das eher ungewöhnliche gemeinsame Motiv der magischen Riesen herausgestellt werden, welches zum Nachdenken anregt.

Hamburg, den 7.7.2016

 

Primärliteratur:

‚Daniel von dem blühenden Tal‘. Hg. u. übers. von Michael Resler. Cambridge: Brewer, 2003 (Arthurian Archives IX).

Sir Gawain and the Green Knight. Hg. von John Ronald Reuel Tolkien. 2. Auflage, überarb. von Norman Davis. Oxford: Clarendon Press 1967.

Sir Gawain and the Green Knight. Übers. von John Ronald Reuel Tolkien, hg. von Christopher Tolkien. London: HarperCollins, 1990.

Sir Gawain and the Green Knight. Übersetzt von Brian Stone. Harmondsworth [u.a.]: Penguin Books 1968.

Sekundärliteratur:

Birkhan, Helmut: Motiv und Handlungsgeschichten in Strickers Daniel. In: German Narrative Literature of the Twelfth and Thirteenth Centuries: Studies presented to Roy Wisbey on His Sixty-Fifth Birthday. Hg. von Volker Honemann. Tübingen: Niemeyer, 1995. 363-390.

Boyer, Tina Marie: The Giant Hero in Medieval Literature. Leiden/Boston: Brill, 2016 (Explorations in Medieval Culture 2).

Cohen, Jeffrey Jerome: Of giants: Sex, Monsters, and the Middle Ages. Minneapolis: Univ. of Minnesota Press, 1999.

Rosenhagen, Gustav: Untersuchungen über Daniel vom Blühenden Tal vom Stricker. Kiel: C. Schaidt, 1890.

Williams, David: Deformed Discourse. The Function of the Monster in Mediaeval Thought and Literature. Exeter: Univ. of Exeter Press, 1996.

Fußnoten:

1 Zitiert nach: ‚Daniel von dem blühenden Tal‘. Hg. u. übers. von Michael Resler. Cambridge: Brewer, 2003 (Arthurian Archives IX). Im Folgenden ‚Daniel‘.

2 Vgl. Rosenhagen, Gustav: Untersuchungen über Daniel vom Blühenden Tal vom Stricker. Kiel: C. Schaidt, 1890. S. 72.

3 Tina Marie: The Giant Hero in Medieval Literature. Leiden/Boston: Brill, 2016 (Explorations in Medieval Culture 2).

4 Vgl. Boyer: The Giant Hero in Medieval Literature, 2016. S. 111.

5 Boyer: The Giant Hero in Medieval Literature, 2016. S. 112.

6Vgl. Boyer: The Giant Hero in Medieval Literature, 2016. S. 112.

7 Boyer: The Giant Hero in Medieval Literature, 2016. S. 113.

8 Vgl. Sir Gawain and the Green Knight. Hg. von John Ronald Reuel Tolkien. 2. Auflage, überab. von Norman Davis. Oxford: Clarendon Press 1967. Introduction, xi.

9 Vgl. u.a. Williams, David: Deformed Discourse. The Function of the Monster in Mediaeval Thought and Literature, Exeter: Univ. of Exeter Press, 1996. S. 269.

10 Sir Gawain and the Green Knight. Übersetzt von Brian Stone. Harmondsworth [u.a.]: Penguin Books 1968. S. 28f. Im Folgenden zitiert als ‚SGGK‘ 1968.

11 Sir Gawain and the Green Knight. Hg. von John Ronald Reuel Tolkien. 2. Auflage, überarb. von Norman Davis. Oxford: Clarendon Press 1967. Im Folgenden zitiert als ‚SGGK‘ 1967.

12 Tolkien wählt in seiner posthum veröffentlichten Übersetzung hier statt giant ‚troll‘ (that half a troll upon earth I trow that he was. Sir Gawain and the Green Knight. Übers. von John Ronald Reuel Tolkien, Hg. von Christopher Tolkien. London: HarperCollins, 1990. S. 21. Im Folgenden zitiert als ‚Sir Gawain 1990). In der Ausgabe von 1967 bietet er im Kommentar auch folgende Variante an: „Half a giant on earth I believe he was, but at any rate the biggest of men I declare him to be, and at the same time the shapeliest of stature that could ride.“ (Vv. 140-142; ‚SGGK‘ 1967.)

13 Im Original: With glopnyng of that þat ilke gome þat gostlych speked (‚Sir Gawain‘ 1967, V. 2461). Stone übersetzt: To rob you of your wits she has bewitched me this way (‚Sir Gawain‘, 1968. S. 122).

14 Cohen, Jeffrey Jerome: Of Giants. Sex, Monsters, and the Middle Ages. Minneapolis: Univ. of Minnesota Press, 1999. S. 159.

15 Vgl. Birkhan, Helmut: Motiv und Handlungsgeschichten in Strickers Daniel. In: German Narrative Literature of the Twelfth and Thirteenth Centuries: Studies presented to Roy Wisbey on His Sixty-Fifth Birthday. Hg. von Volker Honemann. Tübingen: Niemeyer, 1995. 363-390. S. 366.

16 Vgl. auch Boyer: The Giant Hero in Medieval Literature, 2016. S. 103.


daz ist ain türsenmær und ist niht wâr – Riesen als Fiktionalitätsmarker im ‚Buch der Natur‘

Für mittelalterliche Leser, so Daston und Park, konnte Wahrheit auf verschiedenen Ebenen existieren („different program of truth“).[1] Das wiederholte Instrumentalisieren von Riesen und Monstra z.B. in religiösen und enzyklopädischen Diskursordnungen als Beweis für die Allmacht Gottes wie etwa bei Augustinus[2] hatte weniger Anhänger außerhalb der enzyklopädischen Tradition.[3] Die meisten Enzyklopädisten stellten die Wahrheit der Quellenwerke nicht in Frage. „Most medieval encyclopaedists and cosmographers saw themselves in the first instance as philologists, engaged in collecting and transmitting existing testimony, without constantly evaluating its truth or plausibility.“[4] Hingegen kann das Erzählen von Riesen aber auch in der enzyklopädischen Tradition dezidiert auch als Fiktionalitätsmarker gebraucht werden. Im ‚Buch der Natur‘ Konrads von Megenberg findet sich eine interessante argumentative Verwendung der Riesen in Bezug auf Fiktionalität und Wahrheit. In den Abschnitten jeweils über den Delphin und über die Entstehung von Erdbeben heißt es:

Nu sprechent manig zuo mir, daz diu wunder lugen sein, und hoerent doch von türsen und recken die groesten lugen, die ich ie gehört. und davon, daz si der wunder niht gesehen habent, so gelaubent si ir niht. waz wil ich der? ich schreib daz ich weiz und dem ich wil und dem der ez wil.[5]

Ez kümt oft, daz daz ertreich pidemt in etsleichen landen, alsô daz die pürg nider vallent und oft ain perg auf den andern. nu wizzent gemain läut niht, wâ von ez küm. dar umb tichtent alteu weip, die sich vil weishait an nement, ez sei ain grôzer visch, der haiz celebrant, dar auf stê daz ertreich, und hab seinen sterz in dem mund: wenn sich der weg oder umbkêr, sô pidem daz ertreich. daz ist ain türsenmær und ist niht wâr und geleicht wol der juden mær von dem ohsen Vehemot. dar umb schüll wir die wârhait sagen von dem ertpidem und von den wunderleichen dingen, diu dâ von koment.[6]

Helm bemerkt dazu: „Soweit abergläubische Vorstellungen vorliegen, ist […] K. ein Kind seiner Zeit: der Glaube an Vorzeichen, an Einfluß der Gestirne, an Drachen, an wunderbare Kräfte von Pflanzen und Steinen ist ihm selbstverständlich, dagegen eifert er gegen die, welche die Wunder ablehnen, aber an Sagen von Türsen und dergleichen glauben.“[7] Konrad scheint den Begriff türsenmær hier synonym mit Lügengeschichte zu verwenden (daz ist ain türsenmær und ist niht wâr; und hoerent doch von türsen und recken die groesten lugen, (s.o.)). Es ist lohnend, im Rahmen einer Diskursanalyse weiteres enzyklopädisches Material über Riesen zu sichten und beispielsweise herauszufinden, ob und wie Riesen auch in anderen Quellen erörtert werden oder gar als Fiktionalitätsmarker fungieren. Hierzu untersuche ich im im Rahmen meiner Dissertation vorerst verschiedene enzyklopädische Texte wie das z.B. das ‚Liber monstrorum‘ (8. Jahrhundert), die ‚Etymologien‘ Isidors von Sevilla oder das spätmittelalterliche ‚Liber de Nymphis, Sylphis, Pygmaeis et Salamandris et de Caeteris Spiritibus‘ (1566) des Theophrastus von Hohenheim genannt Paracelsus.

Das genannte Beispiel aus dem ‚Buch der Natur‘ würde z. B. Evgen Tarantul widersprechen, der neben anderen postuliert, dass Riesen in der mittelalterlichen Vorstellungswelt als reale Wesen empfunden wurden.[8]

Für die Weltwahrnehmung der mittelalterlichen Rezipienten gab es womöglich keine Grenze zwischen den Figuren, die für uns historisch sind einerseits, und für uns phantastischen Gestalten andererseits, denn beide waren für ihn real. Wenn man niemals einen Riesen, einen Elf oder einen Zwerg gesehen hat, war das noch kein Grund, an ihrer Existenz zu zweifeln. (Tarantul, 2001. S. 239.)

Auch Hans Fromm schreibt: „Im Mittelalter war die Existenz von Riesen nicht fraglich.“[9] Je nachdem, in welcher Wissensordnung man sich bewegt, müsste man diese Statements revidieren und anfechten.

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[1] Vgl. Daston, Lorraine und Park, Katharine: Wonders and the Order of Nature, New York: Zone Books, 1998. S. 62. Vgl. auch: Veyne, Paul: Did the Greeks believe their myths? An essay on the constitutive Imagination. Chicago: Chicago University Press, 1988. S. 63.

[2] Vgl. Daston / Park, 1998. S. 39.

[3] Vgl. Daston / Park, 1998. S. 175.

[4] Daston / Park, 1998. S. 60.

[5] Konrad von Megenberg. Das Buch der Natur. Hg. von Franz Pfeiffer. Hildesheim / New York: Olms, 1971. S. 286.

[6] Ebd., S. 107.

[7] Helm, Karl: Konrad von Megenberg. In: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Bd. 5. Berlin [u.a.]: de Gruyter, [1933] 1987. Sp. 186-191. Sp. 190.

[8] Tarantul, Evgen: Elfen, Zwerge und Riesen. Untersuchung zur Vorstellungswelt germanischer Völker im Mittelalter. Frankfurt am Main: Lang, 2001 (Europäische Hochschulschriften 1). S. 239.

[9] Fromm, Hans: Riesen und Recken. Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 60 (1986). S. 42–59. S. 43.


Mittelalter-Stammtisch in Hamburg

Nunc est bibendum.

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Canterbury_Tales.png

Canterbury Tales, Woodcut 1484

Seit kurzem treffen sich Interessierte in Hamburg zu einer Mittelalter-Runde. Im Vordergrund steht natürlich gemeinsames Essen und Trinken und kennenlernen. Wer möchte, stellt formlos ein Projekt oder Forschung vor und/oder hört, was andere im Gebiet so treiben. Gemeinsame Exkursionen sind auch noch geplant…

Termin und Location werden bei den Mediävistinnen unter „About“ einzusehen sein. Wir freuen uns auf neue Gesichter und Ideen!


Edelsteine

Von der Antike bis zur Gegenwart sind Edelsteine als Luxusobjekte stets zu Zentren der Macht und des Reichtums über tausende von Kilometern transportiert worden. Schmucksteine wurden nach Farbgebung und auch Härtegrad eingeteilt, sodass in der Antike und im Mittelalter „keine echte Klassifikation und abgrenzende Namensgebung vorliegt.” Als gemmae (Knospen) wurden sie aus dem Glauben an einen organischen Ursprung bezeichnet, der den Edelsteinen Leben, „Maturation” und Tod verlieh und sie astral-kosmologischen Einflüssen öffnete und diese an den Träger weitergeben ließ. (s. Hahn)

Wohingegen die Klassifikation von Edelsteinen heute auf der Kenntnis der Kristallstruktur beruht, wurden in der Antike und im Mittelalter auch andere Produkte wie Metalle, Halbedelsteine, Mineralien oder auch organische Erzeugnisse (z.B. Korallen oder Elfenbein) zu den Edelsteinen gezählt. Die Begrifflichkeiten sind dementsprechend häufig unscharf. Wissen über Edelsteine wurde im Mittelalter vor allem in Enzyklopädien und sogenannten Lapidarien vermittelt. Lapidarien (von lateinisch lapis, Stein) sind Werke der Spätantike und des Mittelalters, die sich mit Edelsteinen und ihren vermeintlich magischen und heilenden Wirkungen beschäftigen, wie z.B. Beispiel das Steinbuch des Volmar (Scan bei archive.org), ein 1008 Verse langes Gedicht, entstanden ca. in der Mitte des 13. Jahrhunderts (s. VL Volmar).

Besonders Plinius und der „Pseudo-Damigeron (Evax)” haben den Steinbücher des Mittelalters als Grundlage gedient, sie sind u.a. rezipiert worden in den steinkundlichen Werken Marbods von Rennes, Arnolds von Sachsen, Bartholomäus Angelicus uvm.

Edelsteinen werden im Mittelalter bestimmte heilende und magische Wirkungen nachgesagt, die sich als Lithotherapie bezeichnen lassen. Edelsteine besitzen laut Lapidarien und Enzyklopädien apotropäische Kräfte zur Abwendung von Gefahren und Schädigungen aus dem Bereich der Magie, gegen Dämonen und Krankheiten. Sie helfen bei der Abwendung schädlicher Gefühle, sinnlicher Leidenschaft, und auch allgemein gegen moralisch schlechte Regungen. Die Lithotherapie ist in der christlichen Allegorese nahezu vollständig auf den Komplex der Sündenkrankheit und ihrer Heilung konzentriert und in ein theologisches Verständnis von Laster und Tugenden integriert. (s. Meier, 1977. S. 429.)

Bei der Deutung der Steine im Mittelalter wird häufig ein Bezug der Dingähnlichkeit hergestellt; z.B. der Sarder, dem im Mittelalter eine rote Farbe zugedacht war, stellt das Feuer dar.

Dem Saphir wird durch seine blaue Färbung Ähnlichkeit mit der Himmelsfarbe beigemessen. Die Vorstellung, dass die zehn Gebote von Mose auf Saphirstein festgehalten wurde, ist im Mittelalter verbreitet und geht zurück auf Exodus 24,10.2 Dies erwähnt z.B. Volmar eingangs in seinem Lapidarium, wenn er argumentiert, dass Edelsteine göttlicher Natur seien: Moysê gap mit den zehen gebot, / die wâren auf saphîr ergraben (‚Steinbuch‘ Vv. 50-51).

Das Grün des Smaragds ist seine herausgehobenste ‚proprietas‘. „Eine allegorische Bedeutung erhält das Grün durch die Ähnlichkeit mit der Vegetation, woraus sich die Beziehung zum Glauben, zur Hoffnung oder zum ewigen Leben ergibt.“ (Wegner S. 111) Ausgehend von Isidor und Plinius ist eine farbliche Verschönerung des Steins zu erreichen mit Öl und Wein, „was schließlich im Bereich der christlichen Allegorese sinnstiftend wurde.“

Die mittelalterliche Allegorese und Dichtung und vor allem die Gral-Dichtung haben sich mit Edelsteinen intensiv beschäftigt, ebenso die Sakralkultur und Architektur. Besonders prominent ist die Verwendung von Edelsteinen in der mittelalterlichen Literatur in der Gralstempelpassage des ‚Jüngeren Titurel‘. Die Beschreibung des Gralstempels im ‚Jüngeren Titurel‘ (‚JT‘ Strophe 329-439) ist in der Literaturgeschichte des 13. Jahrhunderts ein herausragendes Ereignis. An der Analyse des Gralstempels, seines Aufbaus und seiner Bedeutung haben sich schon viele Forschende versucht. Der Bau ist so gigantisch und übervoll mit Symbolik und Schmuck, dass der neuzeitliche Leser hinreichend beeindruckt sein sollte. Die Edelsteine dort lehren nicht nur Tugend, sondern nach dem mittelalterlichen Glauben an apotropäische Kräfte bewirken sie sie ganz aktiv durch ihre Effekte. So macht der Spahir z.B. bußfertig, der Onyx unterstützt die Keuschheit, indem er fleischliches Verlangen unterdrückt, Beryll und Kristall führen Reinheit und Keuschheit herbei und Amethyst schützt vor Krankheit und Trunksucht. Nicht nur die Architektur des fiktiven Bauwerks, sondern auch die Edelsteine, aus denen es besteht, sind in der Tradition der christlichen Edelstein-Allegorese und im enzyklopädischen Wissen der Zeit reiche Bedeutungsträger.

Literatur:

Albrechts von Scharfenberg Jüngerer Titurel, Bd. I (Strophe 1-1957). Hg. von Werner Wolf. Berlin: Akademie Verlag, 1955.

Das Steinbuch. Ein altdeutsches Gedicht von Volmar. Hg. Von Hans Lambel. Heilbronn: Henninger, 1877.

Die Enzyklopädie des Isidor von Sevilla. Übers. u. mit Anm. vers. v. Lenelotte Möller. Wiesbaden: Marixverlag, 2008.

Brokmann, Steffen. Die Beschreibung des Gralstempels in Albrechts ‚Jüngerem Titurel‘. Diss. Ruhr-Universität Bochum, 1999.

Crossgrove, William C. Volmar. In: VL 10, (1999). Sp. 497-500.

Engelen, Ulrich. Die Edelsteine in der deutschen Dichtung des 12. und 13. Jahrhunderts. München: Fink, 1978.

Hahn, K. / Elbern, V. H. Edelsteine. In: LdM 3 (2009). Sp.1560-1565.

Meier, Christel. Gemma spiritalis. Methode und Gebrauch der Edelsteinallegorese vom Christentum bis ins 18. Jahrhundert. Teil 1. München: Fink, 1977.

Wegner, Wolfgang. Albrecht, ein poeta doctus rerum naturae? Zu Umfang und Funktionalisierung naturkundlicher Realien im ‚Jüngeren Titurel‘. Frankfurt a.M. [u.a.]: Lang, 1996.

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‚Parzival‘-Rezeption in der Neuzeit: Belakane, die Heidenkönigin

Rassismus und Religion –

Die Figur Belakane

bei Wolfram von Eschenbach

und Auguste Lechner

Wolfram von Eschenbach

Wolfram von Eschenbach (Photo credit: Wikipedia)

Diesen Essay habe ich einmal im Kontext eines ‚Parzival‚-Seminars verfasst. Wir beschäftigten uns unter anderem mit der Rezeption eines der beliebtesten – und komplexesten – Werks des Mittelalters. Wolfram von Eschenbach ist ein wahnsinnig interessanter Dichter; die Metaebenen, die sich bei genauerer Analyse der Texte öffnen, bereiten sowohl Kopfschmerzen als auch Erstaunen.

Auguste Lechner wiederum ist eine Jugendbuchautorin, die viele mittelalterliche Werke „erneut“ hat, allerdings mit erheblichen Umdeutungen. Um eine solche soll es hier auch gehen. Dieser Essay betrachtet kritisch einige von diesen ‚Umdeutungen‘ am Beispiel der Königin Belakane in ihrem Jugendroman „Parzival – Auf der Suche nach der Gralsburg“ und vergleicht sie mit der Figur aus den Gahmuret-Büchern des ‚Parzival‘ Wolframs von Eschenbach.

Auguste Lechner, 1905 in Innsbruck geboren und ebendort 2000 verstorben, schrieb zunächst eine Reihe von Volkserzählungen, die in Kalendern und Zeitschriften u. a. im Tyrolia-Verlag veröffentlicht wurden, dessen Verlagsleiter Hermann Lechner sie 1927 heiratete.1 Ihre erste Veröffentlichung 1936 lässt sich in den sog. „Jungadlerheften“ finden und trägt den Titel „In Laurins Zauberreich. Die alte Sage nach der Spielmannsmäre des Mittelalters erzählt.“2 Nach dem Zweiten Weltkrieg wandte sie sich dem Jugendbuch zu und fasste mittelalterliche und antike Epen neu in Prosa.3 Die nächste Publikation erfolgt erst wieder nach dem Krieg 1951 mit den „Nibelungen.“ Für ihren Parzival-Roman (ursprünglicher Titel „Das Licht auf Monsalvat“) von 1956 wurde sie im gleichen Jahr mit dem Österreichischen Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet.

Lechner hat in vielen Fällen massive Kürzungen und Umdeutungen an den Werken vorgenommen, „um sie dem Verständnis und der Fassungskraft der Kinder anzupassen.“4 „Der Hiatus zwischen Gegenwart und Vergangenheit, die Alterität vergangener Zeiten“5 scheint hier „zugunsten global kompatibler Konflikte und Problemstellungen aufgehoben.“6

In Besprechungen von Lechners Büchern wird immer wieder hervorgehoben, dass den Jugendlichen mit der Nacherzählung der Heldenlieder ein Stück Geschichte nahegebracht werde. Gerade das ist jedoch nur in eingeschränktem Maße der Fall. Ort und Zeit des Geschehens bleiben im Dunkeln ebenso wie häufig verwendete Begriffe aus der höfischen Welt (Minne, Sitte, Ehre), die in ihrer historischen Bedeutung kaum erklärt werden.7

Bei Wolfram ist Königin Belakane als komplexe Gestalt angelegt. In ihrer Darstellung „erscheinen religiöse, ästhetische und erotische Motive raffiniert ineinander verwoben.“8 Ihre dunkle Hautfarbe wird als sexuell attraktiv beschrieben (vgl. Hohelied)9 und auch in Beischlafszenen thematisiert.

dô phlac diu küneginne

einer werden süezer minne,

und Gahmuret ir herzen trût.

ungelich was doch ir zweier hût. (44,27-30)10

Der Erzähler verkehrt die üblichen Schönheitstopoi ins Gegenteil:

ist iht liehters denne der tac,

dem glîchet nicht diu künegin.

si hete wîplîchen sin,

und was abr anders rîterlîch,

der touwegen rose ungelîch

nâch swarzer varwe was ir schîn, (24,6-11)

Es ist schon klar, dass der Vergleich mit einer tauenden Rose hier nicht greift (vgl. 24,10), der Erzähler beschreibt jedoch ihren schîn (24,11) als eine zwar fremdartige, aber aufregende Schönheit.11 Die Schönheit ist übrigens das einzige positive Element, das Lechner übernimmt.

Ferner ist Belakane eine vorbildliche Gastgeberin, von sanftem und ‚weiblichem‘ Gemüt. Sie wirkt ein wenig verschämt, ist noch Jungfrau und besitzt zudem eine Eigenschaft, die dem Liebesideal Wolframs im zweiten Minneexkurs entspricht: triwe (57,14). Kurzum: „Belakane hat alle Sympathien“.12 Verweise auf ihre Andersartigkeit finden sich häufiger. Verglichen mit ihrem Aussehen thematisiert Wolfram die Religion jedoch weit weniger. „Hautfarbe und Religion sind für Wolfram etwas verschiedenes.“13Wolfram hat Belakane „innerlich ‚weiß‘ gemacht.“14

CPG339i Belakane bewirtet Gahmuret und dessen Gefolge
Illustration aus der Werkstatt des Diebold Lauber
Interessanterweise ist Belacane auch in der Darstellung der Lauber-Werkstatt weiß gezeichnet worden.

Gahmureten dûhte sân,

swie si wære ein heidenin,

mit triwen wîplîcher sin

in wîbes herze nie geslouf.

ir kiusche was ein reiner touf,

und ouch der regen sie begôz,

der wâc von ir ougen floz

ûf ir zobel und an ir brust. (28,10-17)

Sie ist so edel, dass ihre Tränen um Isenhart sie auszeichnen – und sogar in die christliche Weltordnung einreihen.

Belakanes Reinheit und der Strom ihrer Tränen haben die Macht der Taufe – ein großer und kühner Gedanke Wolframs – aber das betrifft letztendlich ihre Religion – und die bedeutet für Gahmuret sowieso keine große Barriere.“15

Als die mit Feirefiz schwangere Königin von Gahmuret verlassen wird, ist ihr Schicksal besiegelt. Sie liebt Gahmuret so sehr, dass sie nach seinem Weggang den Liebestod stirbt, ähnlich wie Herzeloyde und Sigune.16 Als Erklärung, warum Wolfram Belakane als „Negerin“17 konzipiert hat, bietet Ebenbauer eine Verbindung zur Schuldfrage Gahmurets an: „Würde seine Schuld nicht ungleich schwerer wiegen, wenn die von ihm verlassene Gattin eine weiße (und eine christliche) Fürstin wäre?“18 Der „Reiz der Andersartigkeit“19 könne „dahingehend umschlagen […] , dass die Mohre nicht für voll genommen werden.“20 Insofern fänden sich trotz der Veredelung Belakanes auch bei Wolfram Ansätze von rassistischen Ressentiments, vermutet Ebenbauer.21

Bei Wolfram gibt Gahmuret als vorgeschobenen Grund für seine ‚Flucht‘ die Religionsunterschiede an, jedoch seine eigentlicher Beweggrund ist seine Unrast, seine Sehnsucht nach Ritterschaft, die seine ehrliche Liebe zu Belakane übertönt.

daz er nicht rîterschefte vant,

des war sîn freude sorgen phant.

doch was im daz swarze wîp

lieber dan sîn selbes lîp.

ez enwart nie wîp geschicket baz:

der frouwen herze nie vergaz,

im enfüere ein werdiu volge mite,

an rehter kiusche wîplich site. (54,19-26)

 

Ganz anders bei Lechner. Explizit wird über Religion als Beweggrund Gahmurets für seine Heimfahrt gesprochen: „Ich muss endlich wieder ehrliche Christenmenschen sehen, statt der ganzen elenden Heidenschaft!“ (S. 9).22 Die Figur Belakane ist von Anfang an negativ konnotiert. Belakane ist „finster“ (S. 16) und eine „Sarazenenfürstin“ (S. 17). Letzter ist übrigens falsch: Zazamanc, das Reich der Königin bei Wolfram, ist wahrscheinlich in Afrika zu verorten, „wenn Wolfram auch als Hauptstadt dazu die indische Stadt Patelamunt einsetzt.“23 Wolframs Orientkenntnisse stammen wohl aus unterschiedlichen Quellen wie z. B. Chroniken oder Reiseberichten und allgemein diffusem Wissen, so dass es oft zu Vermischungen kommt.24 Lechner hingegen verlagert das Geschehen nach Hispanien und macht aus Belakane eine Maurenkönigin.

Der Tod Isenharts wird als böswillig herbeigeführt dargestellt. Belakane beteuert ihre Unschuld (vgl. 17f.), ohne zu trauern. Sie mutmaßt bei Lechner, dass Gahmuret ihr aufgrund seiner Religion nicht helfen wird: „’Er wird nicht für mich kämpfen wollen, weil er ein Christ ist‘, sagte sie finster.“ (S. 17). Bei Wolfram wird die Hautfarbe von Belakane eher als hindernd empfunden als die Religion, und sie macht sich Sorgen: er ist anders als wir gevar / owî wan tæte im daz niht wê! (22,8-9). Das Minnerittertum wird bei Lechner so verfremdet, als nutze Belakane Gahmuret lediglich als einen weiteren Diener, wie Isenhart, aus. Erst auf den Rat Lachfilirosts hin überlegt sie sich, dass er durch seinen Eid gezwungen sei, ihr zu helfen (vgl. S. 16). Lachfilirost wird übrigens zum Zwerg degradiert: „Eigentlich war es eher ein Zwerg, und auf seinen hohen Schultern saß ein viel zu großer Kopf.“ (S. 15).

Belakane wird als böswillige Verführerin beschrieben. Während der ersten Begnung, in der sie Gahmuret mit „schwarzen Samtaugen“ (S. 18) bezirzt, (die übrigens keine Tränen vergießen wie bei Wolfram) wird gesagt: „Ein sonderbarer Ausdruck glitt über ihr Gesicht, fast wie Spott […]“ (S. 18). Sie wird als „gefährlich“ bezeichnet (S. 15) und misshandelt ihre Bediensteten; z. B. droht sie, Lachfilirost zu köpfen, schlägt ihre Mägde (nirgends bei Wolfram zu finden, Belakanes Hof ist vorbildlich höfisch) und lügt auch noch: So wird ihre Entscheidung, Gahmuret zu ehelichen, als spontaner Beschluss dargestellt.

Und plötzlich fügte sie hinzu: „Ich habe einen Eid geschworen, den Ritter, der mich von meinen Feinden befreit, zum Gemahl zu nehmen!“

Belakane log: denn sie hatte es erst in diesem Augenblick beschlossen, weil ihr der junge Frankenritter gefiel. (S. 18)

Ihre Schönheit blendet den jungen Gahmuret, und sie heiraten nach seinem Sieg, trotz Einwänden von Gahmurets Kapellan (S. 25).

Religiöse Probleme sind in den beiden Werken vollkommen unterschiedlich akzentuiert. Bei Wolfram wird, abgesehen von der Verchristlichung durch die ‚Tränentaufe‘, mehrmals hervorgehoben, dass Belakane überhaupt kein Problem damit habe, sich taufen zu lassen.

frouwe, wiltu toufen dich,

du maht noch erwerben mich.‘

Des engerte se keinen wandel niht.

‚owê wie balde das geschiht!

wil er wider wenden,

schiere sol ichs enden. (56,25-30)

Sie wird übrigens auch von Gahmuret bei Wolfram nicht ein einziges Mal darum gebeten. Das Thema taucht überraschend im Abschiedsbrief Gahmurets auf. Lechner arbeitet dieses Element jedoch aus. Sie zeichnet die Figur als widerwillig, Christin zu werden, während Gahmuret auf einer Taufe besteht.

Wenn er zu Belakane davon redete, daß sie doch den Christenglauben annehmen möge, schüttelte sie den Kopf, und ihre weiche Stimme sagte: „Nein, mein Gemahl, darum sollst du mich nicht bitten!“ Und er wusste, daß es vergebens war.“ (S. 26)

Gahmurets Abschiedsbrief gibt bei Lechner genau die gegenteilige Begründung für den Weggang.

Sie wusste es, noch ehe sie Gahmurets Brief fand.

In diesem Briefe aber stand: „Ich bitte dich, mir zu verzeihen. Aber ich muß fort. Ich werde immer wieder fort müssen: Gott weiß, warum ich so unsteten Wesens bin. Wenn ich kann, will ich eines Tages zurückkehren.“

Belakane tobte, schrie und weinte und versetzte das Ganze Ingesinde vom Marschalk bis zum Stallbuben in Angst und Schrecken. Sie zerriß die seidenen Polster und schlug die Mägde, denn in ihrer Art lag die Wildheit ihres dunkelhäutigen Volkes. (S. 27)

Erzählerkommentar und Figurenkommentar drehen sich um: Bei Wolfram ist es die Figur Gahmuret, die sich selbst in die Bredouille lügt und Belakane unter fadenscheinigen Vorwänden verlässt. Zwei Gründe werden angegeben: Die Verschiedenheit der Religion (im Brief durch Gahmuret) und die Beeinträchtigung des Rittertums (durch den Erzähler).25 Seine unstæte und seine rîterschaft zwingen ihn zum Weiterziehen, doch dies gibt er erst viel später in Kanvoleiz selber zu. Der Erzähler enthält sich wertender Kommentare über Gahmurets Verhalten.

Bei Lechner hingegen wandert das Urteil über Belakane in den Erzählerkommentar. In Lechners Abschiedsbrief gibt Gahmuret die Ritterschaft als Grund an, die Religionsdifferenz hingegen wird über die Figurencharakterisierung Belakanes als willkürliche, heidnische Wüterin im Erzählerkommentar als Grund angeführt, neben der „Wildheit ihres dunkelhäutigen Volkes“ (S. 27). „Diese vereinfachende Schwarzweißmalerei, die alle Bücher kennzeichnet, bietet gerade den jugendlichen Lesern ideale Identifikationsmöglichkeiten: die blonden, hellen, starken und schönen Menschen sind gut, die dunklen sind schlecht und böse.“26

Natürlich sind Wolframs Figuren so komplex, so ambivalent und vielschichtig, dass es ein unmögliches Unterfangen scheint, diese in einem Kinder- und Jugendbuch so zu präsentieren, dass man ihnen vollständig gerecht wird. Reduktionen oder Kürzungen scheinen angebracht, ja sogar notwendig. Jedoch will nicht einleuchten, warum diese „große, edle Gestalt“27 der Königin Belakane derart verunglimpft wird und man auf diese Weise eben noch ein paar religiöse und rassistische Ressentiments ins Kinder- oder ins Klassenzimmer transportiert, wo Lechner-Bücher übrigens heute noch zur Unterrichtsgestaltung herangezogen werden.

Lechners Belakane stirbt übrigens kurz nach der Geburt Feirefiz‘ an einem Fieber (vgl. S. 27) und nicht den Liebestod.

Primärtexte

Wolfram von Eschenbach. Parzival. Text und Übersetzung. Studienausgabe. Übersetzung von Peter Knecht mit Einführungen von Bernd Schirok. De Gruyter: Berlin, 2003.

Auguste Lechner. Parzival. Auf der Suche nach der Gralsburg. 11. Aufl. Würzburg: Arena, 1994 (1353).

Sekundärliteratur.

Bumke, Joachim. Wolfram von Eschenbach. 8. Auflage, Metzler: Stuttgart, 2004 (36).

Ebenbauer, Alfred. Es gibt ain mörynne vil dick susse mynne. Belakane und ihre Landsleute in der deutschen Literatur des Mittelalters. In: ZdfA 113 (1984). S. 16-42.

Holzner, Johann. Auguste Lechner (1905-2000). Zum 100. Geburtstag. In: Lexikon Literatur in Tirol. http://orawww.uibk.ac.at/apex/uprod/f?p=20090202:21:0::NO::P21_ID:65 Letzter Zugriff am 14.02.2012.

Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart. Ein Handbuch. Hg. von Günter Lange [u.a.]. Baltmannsweiler: Schneider-Verlag Hohengehren, 2001.

Kinder- und Jugendliteratur. Ein Lexikon; Autoren, Illustratoren, Verlage, Begriffe. Hg. Kurt Franz [u. a.]. Meitingen: Korian-Verlag, 1995.

Kunitzsch, Paul. Erneut: Der Orient in Wolframs ‚Parzival‘. In: ZdfA 113 (1984). S. 79-110.

Riccabona, Christine / Unterkircher, Anton. Auguste Lechner. In: Lexikon Literatur in Tirol. http://orawww.uibk.ac.at/apex/uprod/f?p=tll:2:0::NO::P2_ID:410 Letzter Zugriff am 14.02.2012.

1Riccabona, Christine / Unterkircher, Anton. Auguste Lechner. In: Lexikon Literatur in Tirol. http://orawww.uibk.ac.at/apex/uprod/f?p=tll:2:0::NO::P2_ID:410 Letzter Zugriff am 14.02.2012.

2Vgl. Kinder- und Jugendliteratur. Ein Lexikon; Autoren, Illustratoren, Verlage, Begriffe. Hg. Kurt Franz [u. a.]. Meitingen: Korian-Verlag, 1995. S. 326. Veröffentlicht von der Arb.-Gemeinschaft Jung-Österreich [u.a.] 1936 (Die Jungadlerhefte 6)

3Vgl. Kinder- und Jugendliteratur. Ein Lexikon, 1995. S. 326.

4Kinder- und Jugendliteratur. Ein Lexikon, 1995. S. 327.

5Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart. Ein Handbuch. Hg. von Günter Lange [u.a.]. Baltmannsweiler: Schneider-Verlag Hohengehren, 2001. S. 286.

6Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart, 2001. S. 286.

7Riccabona / Unterkircher. http://orawww.uibk.ac.at/apex/uprod/f?p=20090202:21:0::NO::P21_ID:65 Letzter Zugriff am 14.02.2012.

8Ebenbauer, Alfred. Es gibt ain mörynne vil dick susse mynne. Belakane und ihre Landsleute in der deutschen Literatur des Mittelalters. In: ZdfA 113 (1984). S. 16-42. S. 19.

9Vgl. Ebenbauer, 1984. S. 18.

10Zitiert nach Wolfram von Eschenbach. Parzival. Text und Übersetzung. Studienausgabe. Übersetzung von Peter Knecht mit Einführungen von Bernd Schirok. De Gruyter: Berlin, 2003.

11Vgl. Ebenbauer, 1984. S. 18.

12Ebenbauer, 1984. S. 20.

13Ebenbauer, 1984. S. 26.

14Ebenbauer, 1984. S. 30.

15Ebenbauer, 1984. S. 18.

16 Vgl. Bumke, Joachim. Wolfram von Eschenbach. 8. Auflage, Metzler: Stuttgart, 2004 (36). S. 160.

17Ebenbauer, 1984. S. 17.

18Ebenbauer, 1984. S. 30.

19Ibid.

20Ibid.

21Vgl. Ebenbauer, 1984. S. 21.

22Zitiert nach Auguste Lechner. Parzival. Auf der Suche nach der Gralsburg. 11. Aufl. Würzburg: Arena, 1994 (1353).

23Kunitzsch, Paul. Erneut: Der Orient in Wolframs ‚Parzival‘. In: ZdfA 113 (1984). S. 79-110. S. 91.

24Vgl. Kunitzsch, 1984. S. 81.

25Vgl. Ebenbauer, 1984. S. 21.

26Riccabona / Unterkircher. http://orawww.uibk.ac.at/apex/uprod/f?p=20090202:21:0::NO::P21_ID:65 Letzter Zugriff am 14.02.2012.

27Ebenbauer, 1984. S. 19.

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